über
•
leben
•
schreiben
•
über • leben • schreiben •
Über
Leben!
Schreibwerkstatt
für Frauen
Die Online-Schreibwerkstatt unterstützt dich, deinen eigenen Ausdruck im Schreiben zu finden und dabei Kraft zu tanken. Vielleicht in kurzen Texten, vielleicht in Gedichten oder Briefen. Vielleicht indem du deine Geschichte erzählst, vielleicht weil du dir etwas von der Seele schreibst. Oder einfach, weil du Lust auf Wortspielereien hast. Weil es uns stärkt, weil es uns hilft: Wir inspirieren uns, teilen Texte, lesen uns vor und schreiben über Leben.
Kraftvoll kreativ
Schreiben und Leben gehört für mich zusammen. Ich bin Autorin und habe einige Romane, Krimis, Kurzgeschichten und Gedichte veröffentlicht. Was mir jedoch genauso viel Spaß macht: Wortgut weitergeben und andere zum Schreiben inspirieren. Warum? Weil es gesundheitsförderlich ist und Spaß macht. Deshalb habe ich dieses Projekt ins Leben gerufen.
Mehr über mich findest du hier.
Körperorientiert
Als Körpertherapeutin weiß ich: Es kommt auf die Haltung an. Auch und gerade beim längeren Schreiben. In allen Positionen und Lebenslagen, mit und ohne Schmerzen, mit Stift und Papier oder an einem digitalen Gerät: Ich unterstütze dich, damit du du dich beim Schreiben in deinem Körper zuhause fühlst - mit körperorientiertem Warm-up und Übungen aus dem Yoga.
Mehr über mich findest du hier.
Ressourcenstark
Du weißt selbst, warum du über Leben schreiben willst: Vielleicht bist du erschöpft, vielleicht steckst du in einer Krise. Vielleicht bist du chronisch erkrankt, psychisch belastet oder alles zusammen. Oder du möchtest einfach auf kreative Weise auftanken, um deinen leeren Akku zu laden. Wir geben dir vielfältige Impulse, wie du kreatives Schreiben für dich als Ressource nutzen kannst.
Das machen wir
Online-Schreibwerkstatt
Interaktive Schreibworkshops
Nächster Start Anfang 2027
Samstags 14.00 - 17.00
20 Teilnehmerinnen
Zoom-Event
Kostenfrei
Online-Schreib-Coaching
Individuelles Schreib-Coaching
Warteliste
Neue Termine ab 2027
Einzelsession
Zoom-Meeting
Kostenfrei
Körperorientiertes Schreiben
Körper- und Atemübungen
Weiter ab Anfang 2027
Samstags | Schreibwerkstatt
Gruppe
Zoom-Meeting
Kostenfrei
Texte aus der
Schreibwerkstatt 2026
-
Ina Müller, geboren 1968 in Frankfurt, lebt in Maintal und schreibt nach einer Auszeit 2007, Gedichte und lyrische Texte, von denen bereits einige zur Veröffentlichung kamen.
-
Susie fliegt durch Raum und Zeit,
angetan mit gelbem Federkleid.
Kein Gitterhaus, kein Messingstab,
setzt ihrem Frei-Geist Grenzen.Sie jubelt, singt und tiriliert
durch Tag und durch die Lüfte
und träumt ein Lied von Freiheit und dem Glück,
von dem sie ach so gerne wüsste.Sie badet unter Wasserfällen,
spielt mit anderen Gesellen,
hört ihren Geschichten zu.
Fliegt durch himmelblaue Welten,
legt sich unter Sternenzelten.
Und zur Nacht und für die Ruh'
deckt sie dann ein liebend' Flügel zu.
Während sie mit Wonnen
so träumt, so vor sich hin,
spielt sie ganz versonnen
mit dem Schnabel an dem Ding,
dass das Tor zur Freiheit schließt.Ein Klick, ein Schritt, und aus die Maus,
Susie ist zum Fenster raus.
-
Franziska Gerweck macht mit dem Projekt Schreibwerkstatt erste Schritte außerhalb von Tagebuch und langen SMS schreiben.
Anstatt über sich selbst schreibt sie lieber über Beziehungen zu ihrer Wahlfamilie.
-
Dein eiliger Spaziergang durch die Felder wirkt munter,
ist atemlos und angespannt.
Spürst du denn die erwachende Natur?
Vogelgezwitscher geht in deinem lauten Geplapper unter.
Ich weiß: Du leidest unter den Schmerzen!
Energiegeladen, so kenne ich dich,
offen und herzlich, so schätze ich dich.
Ich wünsche dir nur das Beste – von ganzem Herzen!
-
-
Kuh steht am Alex
Krähe kackt ihr auf den Kopf
Kuhschwanz steigt: Mist fällt
-
Maria Popp schreibt Lyrik und veröffentlicht Gedichte in Sammelbänden und für Literaturprojekte. Sie interessiert sich für alle Formen der Wortspielerei und mag es gerne kurz und knapp.
-
Du auf mir
ich auf dir
außer Puste
-
Sie schreibt noch nicht lange, sie mag den Weg vom Kopf über die Hand auf's Papier.
-
Schreiben
Innenaußen hören
mit Buchstaben betasten
den Stift tanzen lassen
Wortgemälde
-
Geboren 1963 in einer bayrischen Kleinstadt und nach einer Weile in der Großstadt auf dem Dorf gelandet. Sie schaut den Menschen in die Seele, schreibt über dunkle Abgründe und helle Glücksmomente.
-
Heiß dampft der Teer in der Nachmittagssonne. Aus einem quietschgelben Plastikbogen sprüht ein feiner Wassernebel, lässt eine leichte regenbogenfarbene Brise entstehen, die sich wohltuend abhebt von der brutalen Hitze. Eine schwarze Wasserzunge leckt die steile Einfahrt zum Hinterhof hinunter, entlockt dem Teer einen leichten Duft von Sommerregen. Der Bogen ist niedrig, gerade richtig für Kinder. Es ist niemand zu sehen, niemand zu hören, obwohl das Schulkonzert dort unten um die Ecke längst in vollem Gange sein sollte. Am Fuß des kleinen Abhangs steht einsam eine Hüpfburg. Es ist zu heiß zum Hüpfen, zu heiß zu allem, außer vielleicht durch den Wasserspritzelbogen zu laufen, hin und her, immer wieder. Ein Mann radelt heran und kommt vor dem Wasserbogen zum Stehen. Da jetzt durchfahren, den Abhang hinunter sausen und feucht eingenebelt mitten in der Hüpfburg landen, das wär’s jetzt. Doch der Bogen ist zu klein. Der Mann seufzt. Er steigt ab und schiebt das Rad den Abhang hinunter. Bogen und Hüpfburg sind wieder allein.
-
Die Autorin wurde als Kind einer migrantischen Arbeiterfamilie geboren und sie entwickelte sich zu einer wissbegierigen Frau, die Freundschaften mit der Natur und den Tieren aller Welten pflegt. Sie schreibt die Geschichten der vielen in ihren Ohren wispernden Stimmen.
-
(…)
„Habe keine Angst, liebe Nichte“, sagte die vornehm gekleidete Tante und sah sie nicht an, „höre nur zu und speichere. Was im Leben passiert und passieren wird, mag überrumpeln oder überraschen oder überstrapazieren, zumindest wirst du aber, sofern du mir zuhörst und auch glaubst, vor all diesen Prüfungen präpariert und konditioniert sein. Ich vermeide die Adjektive „gerüstet“ und „kampfbereit“, denn, liebe Nichte, es ist beileibe kein Feind in dir. Insofern behüte dich nicht vor dir selbst. Du lernst, da es dein Leben ist. Und du wechselst Routen, da es deine Biographie ist. Deine Seele liebt dich und möchte dich nicht lädieren.“
„Und das entnimmst du diesem Kaffeesatz?“, fragte sie und starrte entgeistert auf die kleine Kaffeetasse
„Nein, liebe Nichte“, antwortete die vornehm gekleidete Tante kichernd, „das ist die Einführung in die Tasseographie. Die Vorlesung beginnt.“
„Dass ich nicht lache!“ sagte sie verächtlich, „du nennst das Vorlesung. In meinem Leben werde ich mich nicht einmal immatrikulieren! Das stimmt nicht.“
„Nein, das wirst du auch nicht,“ entgegnete die vornehm gekleidete Tante und sah sie nachdenklich an, „einmal wird nicht ausreichen.“
(…)
-
1959 geboren. Schreiben ist mein treuer Begleiter. Das Schreiben bringt mir innere und äußere Klarheit. Schreiben richtet meinen Blick nach vorne.
-
Das Licht der tageshellen Küche wirft noch einen gedimmten Scheinwerfer in das verdunkelte Esszimmer. Vorsichtig schreitet sie in das Wohnzimmer, das wie im Nebel versunken liegt, da die Rollladen kein Tageslicht hineinlassen. Über dem Raumbogen der beiden Zimmer steht ein ausgefahrener wuchtiger Fernsehsessel im Stil der Achtzigerjahre. Darauf liegt ein älterer Mann. Seine Augenlider sind geschlossen. Die Frau hält einen Moment inne. Zärtlich schaut sie auf das entspannte Gesicht des Schlafenden. Seine Haut ist pfirsichweich, fast ohne Falten. Die glatten Züge um seinen Mund und sein Kinn deuten auf eine frische Rasur. Seine schneeweißen, vollen Haare leuchten. Die Frau streicht sich über ihren eigenen kastanienbraunen Wuschelkopf. Plötzlich huscht ein schelmisches Lächeln über seine Lippen. Sein Brustkorb hebt und senkt sich. Ob er träumt? Die Rothaarige dreht sich langsam nach links und geht bedächtig ins Ungewisse. Sie tastet sich vorsichtig am Couchtisch entlang. Am Kopfende steht ein brauner Ohrensessel. Vertraut umrundet sie diesen, ohne an den großen Eichenschrank dahinter zu stoßen. Ihre Hände ertasten das Sofa. Sie schlängelt sich gekonnt durch den schmalen Gang zwischen Tisch und der Couch.
-
Lebt seit 1983 in Berlin, fühlt sich noch verbunden mit Rhein und Mosel.
Gelegenheitsschreiberin. -
Türkisgrün der Fluss,
wolkenlos scheint der Himmel.
Wonach riecht es bloß?
-
Ich schreibe sehr gerne. Meine innere Kritikerin ist immer sehr streng und findet nichts gut genug. Ich habe sie zum Schweigen gebracht und deshalb seht ihr jetzt diesen Text.
-
Ich bin nicht abergläubisch. Ich hatte ja schließlich siebzehn Jahre lang zwei schwarze Katzen und mein Sohn ist Schornsteinfeger.
Also bin ich an einem Freitag den Dreizehnten guten Mutes zum Mannheimer Hauptbahnhof gefahren, um meine Tochter zu besuchen. Nora und ich hatten Karten für einen Ballett-Nachmittag in der Deutschen Oper am Rhein. Endlich mal wieder. Früher, als Nora noch keine Kinder hatte, haben wir das regelmäßig gemacht.
Der ICE kam pünktlich. Ich nahm meinen reservierten Platz ein und freute mich auf die Fahrt und die Zeit in Hülchrath. Es sind ja nur eineinhalb Stunden bis Köln. Wenn alles klappt.In Frankfurt Flughafen stieg ein Mann zu und nahm neben mir Platz. Er erzählte mir, er komme aus Berlin und wolle zu einem Basketballspiel nach Köln. Wir unterhielten uns eine Weile und plötzlich kam unser Zug mitten auf der Strecke zum Stehen. Passiert ja öfter, aus verschiedenen Gründen. Nach ungefähr einer halben Stunde kam die erste Durchsage: Notarzteinsatz auf der Strecke. Man wisse nicht, wie lange das dauern würde. Na gut, also warten. Eine weitere Durchsage folgte. Der Zug müsse evakuiert werden oder zurück nach Bonn Siegburg fahren. Man warte auf weitere Anweisungen. Der Geräuschpegel im Zug stieg..
Mein Sitznachbar und ich schauten uns an.
„Wenigstens funktioniert die Klimaanlage“, sagte ich, denn es war heiß.
“Sie kennen ja den Spruch: Es könnte schlimmer sein”, sagte mein Nachbar, “und es kam schlimmer.”Und da mussten wir einfach beide lachen.
-
Schreibt Songs, seit sie Vierzehn ist, und das ist schon ein paar Jahrzehnte her.
-
Hey, du da drüben,
hast du auch so Angst wie ich?
Oder findest du’s okay,
dass wir auseinanderdriften
und der Hass uns regiert?Ganz ehrlich:
Ich will das so nicht.Hey, du da drüben,
wollen wir einfach mal reden?Stell dir vor, wir würden
uns verbinden, überwinden
und einander sehen.
Ganz ehrlich:
Ich will wissen, wer du bist.Hey, du da drüben,
weißt du gerade auch nicht weiter?
Siehst überall Gespenster
aus der Vergangenheit?Ganz ehrlich:
Mensch, ich brauch dich jetzt.Hey, du da drüben,
es liegt an dir und mir.
Stehen wir ein für diese Welt
Die uns bunt besser gefällt?Ganz ehrlich:
Ich zähl auf dich.
-
Die Autorin schreibt sich gern in die Tiefe und mit Leichtigkeit wieder raus. Ihr Fokus liegt auf Gedichten, Kurz- und Kürzestprosa. Sie veröffentlicht in Anthologien und im Rahmen von Kunstprojekten. Sie lebt zwischen Mainz und Wiesbaden.
-
Der Dartpfeil steckt in der Innenseite der Bürotür, die einen Spalt offensteht. Helles Holz, aus den Siebzigern, eine eckige schlichte Klinke. Neben dem Pfeil mehrere winzige Löcher. Er ist perfekt ausgewogen. Waagrecht zum Boden zeigt er solide mit seinem Ende in den Raum mit den Büchern, Ordnern, losen Blättern, den wackligen Stapeln an Informationen und Ideen. Die Spitze hält den Henkel einer braunen Packpapiertasche, auf der in dicken schwarzen Großbuchstaben das Wort GLÜCK steht. Der goldene Pfeil hat schwarze Stellen im Metall und an den Plastikfedern. Das Glück hängt entspannt herum und wackelt ein wenig, wenn sich die Tür im Luftzug bewegt.
-
Melanie H. Roth ist Erzieherin und Multiplikatorin für Menschenwürde und Scham. Das einfühlsame, lebensnahe Erzählen ist ihr wichtig.
-
Projektskizze des Bilderbuchprojekts über Angst, Scham und den Mut, Verletzlichkeit zu zeigen:
Im Mittelpunkt steht ein kleiner Hase, der sich in seine Höhle zurückgezogen hat und dort von seiner Angst überwältigt wird. Seine Geräusche wecken die Aufmerksamkeit großer und scheinbar starker Tiere, die der Ursache auf den Grund gehen wollen.
Als der Hase erklärt, dass seine Angst die Geräusche verursacht, begegnen ihm die anderen zunächst mit Spott und Unverständnis. Doch nach und nach geraten auch sie selbst in Situationen, in denen sie Angst empfinden. Aus Scham darüber, als ängstlich gesehen zu werden, suchen sie schließlich Schutz in der Angsthasenhöhle.
So entwickelt sich die Höhle vom Ort des Rückzugs zu einem geschützten Raum der Verbundenheit. Die Geschichte vermittelt behutsam, dass Angst kein Zeichen von Schwäche ist, sondern eine menschliche Erfahrung, die geteilt und gemeinsam getragen werden kann.
-
Neuland: Ich darf an einer Schreibwerkstatt von Frauen für Frauen teilnehmen. Dadurch öffnet sich für mich ein Versailles der ungeahnten Möglichkeiten.
Mit meinen 67 Jahren hatte ich zuvor noch nie geschrieben. -
Da sitzt sie nun. Allein. Sie spürt, wie ihr die Tränen über die alten Wangen laufen. Erst jetzt hier oben auf dem glatten Stein des kleinen Hochplateaus spürt sie die Kälte in den Knochen. Sie reibt ihre schmerzenden, geschwollenen Füße, die sie bis an diesen unwirklichen Ort gebracht hatten.
Gestern saß sie noch mit ihren Freundinnen beim Tee, schwatzend und kichernd und ihre Welt war wie sie immer war.
Hier nur kalte Steine und Geröll. Sie sah nicht, wie die untergehende Sonne das kahle, majestätische Bergmassiv unter ihr in ein prächtiges Rot und Lila verzaubertes Farbspiel tauchte. Eingesäumt von dichtbewaldeten Hügeln bis zum Horizont. Erst Jahre später wird sie sich an diese Schönheit erinnern.
Eben noch war von allen Seiten ein Zwitschern zu hören und im Nu war alles still.
Sie entdeckt eine kleine Felsnische. Dort drängt sie sich in die hinterste Ecke. Ein wärmendes Feuer konnte sie nicht wagen. Zu groß war die Angst, dass ihre Verfolger sie fanden.
-
Mirijam Lopez de Silva ist 59 Jahre alt und im tiefsten Ostwestfalen aufgewachsen. Sie trägt gerne einen roten Lippenstift, während sie schreibt.
-
Das Ende der Welt,
das Land meiner Vorfahren,
es tut mir so gut.
Gut zu wissen
-
Wir möchten Frauen aus dem ganzen Bundesgebiet die Möglichkeit geben, mitzumachen. Auch Teilnehmerinnen mit Mobilitätseinschränkungen , knappen Zeitressourcen oder anderen Ausgangslagen, die Vor-Ort-Veranstaltungen erschweren.
-
Du brauchst einen Computer, ein Notebook oder ein Handy mit stabilem Internetzugang. Auch eine funktionierende Kamera ist wichtig und ein Mikro, damit du dich aktiv beteiligen kannst. Falls du digitale Zugangsschwierigkeiten hast, helfen wir dir gerne.
-
Anfang 2027 geht es voraussichtlich weiter mit monatlichen Schreibworkshops. Wenn du Interesse hast, mizumachen, schreib uns eine kurze E-Mail an: kontakt@inisha.de. Wir nehmen dich dann in den Info-Verteiler auf und informieren dich über freie Plätze.